Die Geschichte des Vereines Forum-Mediaplanung

von Rudolf Wolfbauer

 


Angefangen hat die so erfolgreiche Geschichte des FMP in einer kleinen Wohnung in der Wiener Siebenbrunnengasse. Nach der Präsentation des neuen Jugend-Magazins "OPAL" aus dem Hause Styria, das heute nur mehr ganz wenige Mediaplaner kennen werden.

An diesem 30.9.1968 habe ich nach der Verlagspräsentation neben zwei Initiatoren des Magazins auch einige Kollegen aus verschiedenen Agenturen zu mir nach Hause eingeladen. Unter ihnen Gerhard Turcsanyi, Hans Peter Monjencs, Karl Steurer, Bruno Buxbaum, Alois Vrdlovec, Norbert Eilmer. Es wurde über alles mögliche diskutiert und zuletzt festgestellt, daß es für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch unter den "Medialeuten" in den Agenturen doch sehr hilfreich wäre, könnten solche Diskussionen öfter stattfinden. Vielleicht sogar mit einer gewissen Regelmäßigkeit.

Das war die Geburtsstunde des FMP! Einige von uns verfolgten den Gedanken weiter, bis es dann im legendären Cafe Westend an der Ecke Gürtel/Mariahilferstraße zur Gründungsversammlung des "FORUM MEDIA-PLANUNG" gekommen ist. Das "Fähnlein der sieben oder vielleicht auch neun Aufrechten" war so klein, daß es nur ein Mitglied gab, das nicht im Vorstand vertreten war. Das war der inzwischen leider verstorbene Hans Vokurka.

Große Ziele wurden gewälzt, aber vor allem wollte man den Mediaspezialisten in den Agenturen die Möglichkeit bieten, im Rahmen des FMP Erfahrungen zu sammeln, Meinungen zu diskutieren und sich auf diese damals noch sehr einfache Art weiterzubilden.

Es war ein sensationeller Akt von Sponsorship, als bei einer der nächsten Versammlungen der Kurier für jeden Teilnehmer ein Paar Frankfurter und ein Bier beistellte. Nächster, schon erheblich großzügigerer Sponsor war die Kleine Zeitung, die das FMP - inzwischen bereits an die 20 Mitglieder! - Ende Oktober 69 zu einer Besichtigung der Druckerei in der Grazer Schönaugasse mit anschließender Grenzlandfahrt eingeladen hat. Aus dieser Einladung wurde erfreulicherweise eine dauerhafte Einrichtung. Dieser "Herbstausflug" der Kleinen Zeitung ist heute längst nicht mehr nur auf das FMP beschräkt, war aber über Jahrzehnte so etwas wie der "Betriebsausflug" des FMP.

Im zweiten oder dritten Jahr des FMP-Bestehens kam es zu einer kurzen Krise, weil es kaum mehr Veranstaltungen gab. Mein Antrag in der Generalversammlung, den Verein aufzul√∂sen, wurde damit beantwortet, daß man mich zum Vorsitzenden gewählt hat. So unter der Devise "Schimpf net, tu was!"

Das dürfte auch einigermaßen geglückt sein, und als sich dann das FMP endgültig etabliert hatte, habe ich mich aus dem Vorstand zurückgezogen, um der nächsten Generation Platz zu machen. Einer meiner Nachfolger war der ebenfalls schon verstorbene Adolf Lauer, der sehr viel für das FMP getan hat.

War das FMP während der ersten Jahre ausschließlich auf Agentur-Mitarbeiter beschränkt, hat man sich dann doch entschlossen, sich auch den Partnern auf der Medienseite zu öffnen. Eine sicher richtige Entscheidung, weil sie auch die Kommunikation zwischen den beiden Seiten erleichtert und fördert.

Heute ist das FMP einfach nicht mehr wegzudenken. Viele wertvolle Initiativen sind von ihm ausgegangen, viele erfolgreiche Seminare, Vorträge und Podiumsdiskussionen tragen dazu bei, die Bereiche Media-Forschung, Media-Planung und Media-Einkauf auf ein Niveau zu heben, das sich auch international absolut sehen lassen kann.